Unter Kunst

Über mir ein Gemächt.

Aus Stein. Nicht Fleisch. Nicht echt.

Drum könnt ich ohne Sorgen.

Sagst Du, sitzen bis morgen.

Als ob die Welt nicht eiert

und Logik Urlaub feiert.

Weißt Du’s, Du Besserwisser?

Fleisch ist Steini ein Pisser.

Kleiner Schmerz

Wo ich’s grad merk: Schmerz macht unleidlich, wenn er sich nicht nur momentan entlädt, sondern sich in den Alltag einnistet. Bockig wird der Mensch, laviert herum ums Schmerzgekröse, verkrümmt an Haltung und Gemüt. „Würd ich meinem ärgsten Feind nicht gönnen“, behauptet er voll Sehnsucht, als würd ihm Mutter Pein den Ausweg lassen, das Päckchen anderen aufzubürden.

Kürzest werden die Gedanken: Wie von A nach B, möglichst nicht über Weh? Jeder Schlenker ist ein Zusatz an Mühsal, heut kein Schwung ins Fantastengeäst, Wechsel macht Knarz im Körpergebälk. Stöhnlaut, Burnout, Ausderhaut. So viel an Mordio wuchert aus schmerzlicher Zeter, mein Krampf, Hass ist der Orgasmus der Ungestreichelten.

Wahre Hingabe hingegen mündet in verschnurrtem Glücksgeräkel. Das braucht es hier im Ohwehwehweh für den Malträtierten von den empathischen Unversehrten: Medizinisches Schmusihuana, La Knutsch, Leckemäulchen, das feine Schmatzeratz. So streicheln wir uns Leben und Rücken wieder entzückend geschmeidig. Wir, gut für uns, und köstlich in der Welt, gern auch mit Reiben, Funkelaugen, wachem Streit, alles statt grimmer Gnatschnflatsch, spuckendem Hassndas und Atze Stöhnenhöhn. Da haben wir die Wahl, an jedem Tag. Und wählen, ja, das Schöne ins uns eben, da lacht der Ischias über den kleinen Schmerz. Und Hexenschluss.

Schwestermaul

Da war also der Europäische Liederwettbewerb, das quietschecleane Trullala, diesmal aus Israel, aus Tralien war auch in Europa, you’re welcome. Deutschland hatte auch ein Lied, das wollte die Schweiz nicht haben, die hatten es wohl vorher gehört, aber Second Hand ist ja gut fürs Klima, wir nehmen es. Jetzt musste das Zeugs noch gesungen werden, da stellt die VG Ohrgewürm zwei junge Frauen zusammen, die haben diverse Haare und Ausbildung und voll wenig Zeit, um Schwesterlichkeit zu üben. Aber so eine Ehre, für Deutschland gecastet worden zu sein, mega, Song auch wichtig, was mit Solidarität (nix für Schweizer, wa?), so dankbar, Luftikussiwerfi, mit tollen Menschen zusammenarbeiten und tollen Musikern und toll, sorry Germany, Null Punkte, viel gelernt, viel mitgenommen, Herzifingerformi, ungebrochen gebrauchsfähig, Mund abputzen, maybe next Produktpräsentation.

Am Tag hernach, hier draußen, da läuft schon das nächste Casting als Welt.

No Sisters.

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