Nur wenn ich lache: Wahrung und Dichtheit über die Anderen, den Mops im Wolf und die wilde Poesie des Unberechenbaren. Komm gucken und schau mir zu, wie ich mich zum Affen mach, weil ich an den Menschen glaub. Angebot: Wer jetzt mehrere Karten kauft, zahlt nur eine Summe. Und wenn Du nicht kommst, weint dieses Kind (in seiner heutigen Form):


Nur wenn ich lache. Mein komisches Solo. Sa, 16.02.19, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin.

Oh, jetzt musst Du Dich aber beeilen mit der Kartenbestellung! Meine total selbstgemachte Vorverkaufsapp sagt mir gerade, dass es, Stand heute, nur noch drei Karten gibt. Morgen gibt es dann aus irgendeinem Grund wieder 9, und dann irgendwann 6 und… na, ja, die App ist ganz neu, ich lern noch, wie sie geht.

Ach, und übrigens: Alle wichtigen Berlinale-Menschen, wo herumcasten, kommen angeblich auch und ruhen sich bei mir vomz ganze Filme aus.

Nur wenn ich lache. Mein komisches Solo. Sa, 16.02.19, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin. Kartenbestellung: Klick hier und schreib mir.

Lieber Mitmensch,

bis diesen Freitag, genau drei Minuten vor Sechs: So lang hielt sich bei mir das Vorurteil, dass Menschen in Ballonseide per se nicht zum Ratgeber taugen. Noch um 17.54 Uhr war ich im Paketshop-Lotto-Späti meines Vertrauens und Kiezes Teil der Schlange, als die Bimmeltür mit einer Vehemenz aufgerissen wurde, die die Lebenszeit der Bimmeln hörbar verkürzte. Auftritt er, der Modeschmock, und er wird in weniger als zwei Momenten (gespoilert ist ja schon) mein 30 Jahre altes Ressentiment in Krümel bröseln.

Nun halt mal kurz, wirst du nun fragen, wie kommt man überhaupt auf diesen Quatsch? Der Rückschluss von Wams auf Geist? Schlimmes Tuch muss doch nicht von brackigem Gemüte zeugen, kann galantes Spiel mit Konvention und ihrem Bruch sein, Shabby Chic, heißer Shice. Ich aber reifte in schlichteren Zeiten vonz ohne Ironie der Schäbigkeit und hatte es so verinnerlicht:

Ballonseide diente uns zuvorderst, heiße Luft zu ummanteln, um ihren Auftrieb zu nutzen und Weidenkörbe in Wolkenhöhe zu heben. In die Körbe nun packten wir Menschen, die gern mal der Mehlschwalbe im Flug auf den Hinterkopf schauen wollten oder auf Erden eh nur im Wege standen. Bald aber passierte modisch Ungeheuerliches: Pärchen, die sich an Bord des himmelsfahrenden Korbs aneinanderklammern und lieben gelernt hatten, suchten nach uniformen Zeichen ihrer Verpartnerung. Sie vernähten die synthetische Schwesterfaser der Ballonseide, die trilobale Polyamidfilamente, zum schimmernden Partner-Jogger mit Baumwollinlay, von manchen Trägerinnen- und Trägerkörpern in ähnliche Rundungen gedehnt wie beim ursprünglich ballonesken Einsatz. Ach, wie leicht fiel uns anderen der Spott, uns leichtspöttelnden, individuell Naturfaserigen. Fröhlich ignorierten wir Beiträge solcherart Gewandeter; sollten sie doch innerhalb ihrer Partnerschaft beitragen! So fräste es sich mir in die modische Sozialisation.

Solcherart gedanklich verengt stehe ich nun also in der Schlange, mustere den Seidenmann, nehme den geschundenen Zustand seines natürlich gealterten, nicht vintagegetunten Trainingsanzugs zur Kenntnis – it’s more than a Peeling, würde hier ein wortspielfühliger Brite anmerken, wehmütig konstatierend, dass es wohl sein letztes Bonmot in trauter EU-Runde sein wird – sehe, dass er unter dem Jogger einen ebenfalls synthetischen Rolli trägt, dessen leichter Perlmuttschimmer an manchen Stellen von Eigelbflecken überlagert wird, derweil er uns perlenförmig aufgereihte Wartende ignoriert und lauthals durch den Raum schnarrt: „Wie hoch ist Hauptgewinn?“ Verstehend antwortet die Lotto-Matrone: „10 Millionen.“ Nun endlich nimmt er uns auch wahr, fleischgewordene Wartezeit. „Lohnt doch gar nicht!“ karriolt er kehrtwendend zurück, Tür wieder auf, zwei Schritt raus in die Mildwinterkälte, und die Bimmeln bammeln Abschiedsschmerz.

Seine Worte hingegen klingelten mir weiter im Gemütsstübchen: Manches Angebot ist einfach nur für den Überschlag gut, ob man nicht schon genug sein Eigen nennt. Und mancher Ort dient einfach nur der Erkenntnis, dass es uns an anderen Orten besser geht, ja, sogar gut, ja, scheiße eins, wir sind da sogar glücklich und merken es im Alltag, der ollen Stumpfmaschine, nurmehr in der Abkehr und im Vergleich.

Ich bin nun grad an einem solchen Ort. Seit Monaten, bis nächsten Freitag noch, nicht ausgesucht hab ich ihn mir. Als Maßnahme. Ich nehm den Rat vom Ballonmann und ziehe den Vergleich: Da liebe ich das, was ich sonst tu, mit jeder Synthetikfaser meines Herzens. Es lohnt sich, komm bitte schauen, ich brauch Dich jetzt.

Nur wenn ich lache. Mein komisches Solo. Sa, 16.02.19, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin. Etwas Neues zur Kartenbestellung: sie erfolgt nun über meine Mailadresse (auch auf der Website vom O-Ton).

Dein Zeha Schmidtke, in Bewegung

Heute Abend wird es eine Mischung aus

und

Ich werds genießen, wie es kommt. Savoy Louvre!

„Nur wenn ich lache“. Bühnensolo mit Duogast.

Fr, 16.11.18, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin. Karten unter 030 – 37 44 78 12.

Lieber Mitmensch,

Wanderlust ist meine Antwort.

Wenn die Frage gelautet hätte: Welcher Antrieb, glauben Sie, bleibt dem Menschen durch alle Alter erhalten?

Womöglich hätte ich kurz vermerkt: Ja, Mensch, als Sie gerade brüllend auf mich zuliefen, mit Ihrem Medusenhaupt und der brennenden Keule, war ich für einen kurzen Moment unsicher, ob Sie mich nicht duzen.

Um denn zu präzisieren, dass mir die Wanderlust nun nicht strikt fürs organisiert betriebene Flanieren in naturbelassenen Arealen steht, vielmehr für die Freude des Gemüts, sich aufs Immerneue Immerneues zu suchen, ohne dass das Alte, Bekannte, Geliebte dadurch nicht auch an Wert gewönne.

Wenn also im Basiscamp des Alltags die Farben verblassen: Wacker einen Schluck vom Quellwasser der Neugier und denn forschen Schrittes ab auf die spirituelle Piste. So lang, wie es dauert und ich wieder nach Hause mag oder eins find.

Wanderlust bleibt mir erhalten. Und wenn es denn mal gut sein wird und sie erlischt, denn kann ich mich müd, aber getrost ins Kistlein legen, zu Humus werden, und über das satte Grün läuft dann der nächste Wanderlustige.

Auch wenn so mancher liebenswerte Mitmensch andersrum hantiert mit diesem Funken Aufbruch und ihn wohl eher wässert als befeuert: Wanderlust heißt meine Muse. Mal schauen, wohin sie mich noch trägt.

In diesem Sinne spiele ich den letzten Auftritt im geliebten O-TonArt. Für dieses Jahr, für dieses Leben oder nur für kurz…wir haben uns lieb, das Theaterchen und ich, und wir schauen mal.

Mein liebster Bühnenwandervogel Anja Schöler, zWEIBeiner der Zweibeiner, schaut auch vorbei und macht die eine und auch andere Szene. Mit. Es wird ein Fest. Und später schauen auch wir vierbeinig, wohin uns das noch führen mag.

„Nur wenn ich lache“. Bühnensolo mit Duogast. Fr, 16.11.18, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin. Karten unter 030 – 37 44 78 12.

„Lob des Unterschieds“. Jüdin, Moslem, Christ und Humanist parlieren über ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Donnerstag, 29. 11.18., 19.30 Uhr in Neuruppin. Eintritt frei. Alles Weitere in Bälde auf der Website: http://lob-des-unterschieds.de/

Dein Zeha Schmidtke

„Hinreißend, von vitalem Wahn erleuchtet.“ – „Träume von den möglichen Freuden dieser Welt.“ – „Sprengt die Grenzen des gewohnten Kabaretts, und das äußerst unterhaltsam.“

All das schrieb man bereits über Zeha Schmidtke. Er selbst hat keine Ahnung und wundert sich bloß. Dass wir meinen, recht helle zu sein, nur weil da neuerdings die trübe Funzel unseres Displays die Finsternis erhellt.

Als wären der Mensch und seine Taten bei Licht besehen konstant. Die fickrigen Karnickel auf Youporn kommen immer. Der Großflughafen Berlin kommt nie. Das sind alles wir. It is all human.

Allein beim Lesen diesen Textes sterben in Dir alte Zellen ab und bilden sich neue. So auch Hoffnungen, Meinungen, Stimmungen.

Wenn dann noch wer dazukommt, ist erst recht was los. Einer reibt sich am anderen. Der andere reibt zurück. Und Jeder und Jede ist so frei, nach eigenem Gusto mitzutun.

Nur – frei von was? Freiheit ist ja Möglichkeit, kein Inhalt. Wenn einer also frei und doof ist, wird er seine Freiheit womöglich doofestmöglich nutzen: Damit, die der anderen zu begrenzen.

Weil: Wir sind ja eigentlich ganz vernünftig. Die Welt und wir, da ginge was. Wenn nur der andere nicht wär, vermaledeit. Der kann doch gar nicht damit umgehen, wenn man ihm die Wahl lässt.

Denn der Andere, diese Arschgeige, die Bad Bank menschlicher Charakterzüge, das ist man niemals selbst. Sonst hieß er ja der Selbe.

So pfeifen es die Pfeifen von den Dächern, krakeelen es die Übelkrähen von ihren Bühnen, steht es geschrieben in der Doofipedia der Welt.

Kann man nur hoffen und, so weit es irgend geht, vorsorgen, dass die freien doofen Radikalen nie die Übermacht ergreifen.
Denn es hat entweder ähnliche Chancen für uns alle ohne andere. Oder es herrscht auf Dauer eine Scheißwut in der Welt. Und zurecht, Amen und Prost, der Letzte macht das Licht aus.

So spricht Zeha Schmidtke, Kunstzwerk unter Kleinkunzen, friedvoller Universaldiot inmitten all der dekorativen Pfiffigkeit. Er meint es ernst, muss dabei aber immer lachen.