„Hinreißend, von vitalem Wahn erleuchtet.“ – „Träume von den möglichen Freuden dieser Welt.“ – „Sprengt die Grenzen des gewohnten Kabaretts, und das äußerst unterhaltsam.“

All das schrieb man bereits über Zeha Schmidtke. Er selbst hat keine Ahnung und wundert sich bloß. Dass wir meinen, recht helle zu sein, nur weil da neuerdings die trübe Funzel unseres Displays die Finsternis erhellt.

Als wären der Mensch und seine Taten bei Licht besehen konstant. Die fickrigen Karnickel auf Youporn kommen immer. Der Großflughafen Berlin kommt nie. Das sind alles wir. It is all human.

Allein beim Lesen diesen Textes sterben in Dir alte Zellen ab und bilden sich neue. So auch Hoffnungen, Meinungen, Stimmungen.

Wenn dann noch wer dazukommt, ist erst recht was los. Einer reibt sich am anderen. Der andere reibt zurück. Und Jeder und Jede ist so frei, nach eigenem Gusto mitzutun.

Nur – frei von was? Freiheit ist ja Möglichkeit, kein Inhalt. Wenn einer also frei und doof ist, wird er seine Freiheit womöglich doofestmöglich nutzen: Damit, die der anderen zu begrenzen.

Weil: Wir sind ja eigentlich ganz vernünftig. Die Welt und wir, da ginge was. Wenn nur der andere nicht wär, vermaledeit. Der kann doch gar nicht damit umgehen, wenn man ihm die Wahl lässt.

Denn der Andere, diese Arschgeige, die Bad Bank menschlicher Charakterzüge, das ist man niemals selbst. Sonst hieß er ja der Selbe.

So pfeifen es die Pfeifen von den Dächern, krakeelen es die Übelkrähen von ihren Bühnen, steht es geschrieben in der Doofipedia der Welt.

Kann man nur hoffen und, so weit es irgend geht, vorsorgen, dass die freien doofen Radikalen nie die Übermacht ergreifen.
Denn es hat entweder ähnliche Chancen für uns alle ohne andere. Oder es herrscht auf Dauer eine Scheißwut in der Welt. Und zurecht, Amen und Prost, der Letzte macht das Licht aus.

So spricht Zeha Schmidtke, Kunstzwerk unter Kleinkunzen, friedvoller Universaldiot inmitten all der dekorativen Pfiffigkeit. Er meint es ernst, muss dabei aber immer lachen.

Zwar ist das Theater O-TonArt nur dreieinhalb Katzensprünge (mittelgroßes Tier) entfernt, aber Du könntest ja vorher noch lecker Kuchen essen in meinem Lieblingscafé Finovo auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchplatz (S-Bahnstation Yorckstraße), ebenda die bunten Ruhestätten der Sternenkinder besuchen, den Ehepaaren Grimm ein Hallo und Danke für das Märchensammeln entbieten und denn einfach wieder zum Haupttor links raus und der nächsten Kreuzung rechts in die Kulmer Str 20a, Hinterhof, schlendern.

Aber nicht zuuu lässig: Wir fangen schon um 19.30 Uhr an. Und Du willst ja vorher vielleicht noch mit Muße ein Sektchen und Dich am liebevollen Interieur des Theaters erfreuen. Ach, ich freu mich.

 

 

…und irgendein unausgeschlafener Preuße hat irgendwann über den Flur gebrüllt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und weil er so ekelhaft früh wach war und außer ihm sonst keiner, konnt niemand widersprechen.

Und seitdem sind Arbeit und Vergnügen zweierlei Dinge. Und das ist die Reihenfolge: Erst die Arbeit, und dann ist man zu müd.

Also: Licht an, Arsch hoch, nix Spaß am Morgen. Die Folgen: Schlechte Laune, Morgengrauen, der Wunsch nach Rache. Darum ist der Mensch auch das einzige tagaktive Tier, das seine Kinder nachts weckt, ohne dass Todesgefahr besteht. Schule!

Aus: Nur wenn ich lache von und mit Zeha Schmidtke.

Donnerstag, 19.30 Uhr, Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20a, Berlin-Schöneberg

 

 

Lieber Mitmensch,

ach, das war was, vorvorgestern, ein erleuchteter Tag in der Herbstwärme. Die Sonne temperierte mir die Synapsenspalten aufs Glücksvermittlung, Blut wallte mir ins Gekröse und die Randgebiete, das Gemüt erblühte unter Fliederduft und wie vom besten Nektar frisch bestäubt.
Charmant war ich wie zu meinen besten Zeiten (vor einer Woche). Freudig parlierend schritt ich durch die Welt. Hoffnung ummantelte meinen straffen Körper.
Wenn doch nur auch noch andere Menschen im Hinterhof gewesen wären! Ich hätte neue Freunde finden können noch und nochriger. Sammelpunk hätte man mich geheißen, der Glücklichseiende inmitten der Gemeinde der Nichtfeinde, Liebstöckel im Zentrum des wachsenden Brummkreises.
Und diese Freunde – jedweden Geschlechts und aller Couleur selbstredend – hätten uns wiederum neue Mitmenschen hinzu gewonnen. Ideen im Kopf, Zuversicht im Herzen, Stimmzettel in den Hand, so wären wir gemeinsam zur Urne getänzelt. Und schon wäre ich auf dem Thron gesessen. Zeha, die Neue Kindliche Kaiserin. Sogleich hagelte es Dekrete, Pamphlete und Sekrete aus dem Kanzlerinnenamt, dass es dem friedliebenden Universalhumanisten schiere Freudentränen und dem neoliberalen Analfetischisten kalten Angstschweiß aus den dafür vorgesehenen Kanälen perlen ließe.
Kurz: Es geht doch einiges an Möglichkeit verloren, wenn man seine soziale Energie im Kreise von Keinerda präsentiert. Und darum rufe ich Dir zu: Kömm auch Dü!
Am Donnerstag, dem 18.10., um 19.30 Uhr
in das Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20a, 10783 Berlin-Schöneberg, Nähe S-Yorckstr.
zu meinem Solo „Nur wenn ich lache“, Karten unter 030 – 37 44 78 12.
Ich lasse eine Kamera laufen. Und wenn dann außer mir niemand sonst da ist, macht das Gutsein kein Geräusch und keine Freude.
In diesem Sinne
Dein
Zeha Schmidtke

Lieber Mitmensch,

wie Dir sicher sofort aufgefallen sein wird, hat Banksy zwei Exemplare seines Schredderrahmens gefertigt: Eines für sein Bild, das zweite für meine neue Website.

Ich kann Dir also nur raten: Komm zu meiner nächsten Aufführung am Do, dem 18.10.18, um 19.30 Uhr, ins Theater O-TonArt, Kulmer Str. 20A, 10783 Berlin. Karten unter 030 – 37 44 78 12.

Wer weiß, ob ich diesmal also nur aus dem Rahmen falle. Und wieviel der Shit danach erstmal kostet.

Dein Zeha Schmidtke, geschnitten oder am Stück