Im Park. Ich mit den zwei Hundchen. Ein Busymensch schwitzt kreuzend auf unseren Weg. Unsere Szenerie der Muße inspiriert ihn dann doch zu einem Austausch..
Sind das beides Ihre?
Der kleine. Der große ist zu Gast.
Ist ja sicher sehr zeitintensiv.
Ich verbring meine Zeit mit den beiden. Dauern tut sie genau so lang.
Das ginge bei mir gar nicht.
Muss es ja auch nicht.
Und bei Ihnen geht das.
Der kleinere jammert manchmal über Terminprobleme.
(mit reichlich Schneid in der Stimme) Das ist ja schön, dass Sie sich das so einrichten können.
Nicht immer.
Ende des Gesprächs.
Fleiß, Wille und Zähigkeit – mit diesen Attributen kann es auch rattus norvegicus zu einer angesehenen Potsdamer Rechtsanwaltskanzlei bringen.
Bullshit-Jobs nannte David Graeber bezahlte Tätigkeiten, deren Inhalte und Zwecke so meschugge, überflüssig oder gar schädlich sind, dass selbst die Menschen, die sie ausüben, in ihnen auch nix anderes sehen als Horntierkaka. Zugleich fühlen sie sich verpflichtet, über dieses Elend zu schweigen, weil ihnen ihr Bullshit-Job mehr oder weniger das Leben finanziert.
Die Museumswächterin nun schützt die Unikate assoziativer menschlicher Schaffenskraft: Kunst und ihre Exponate in der Ausstellung. Womöglich unterscheidet uns das vor allem vom Tiere – auch wenn ich neulich eine fette französische Bulldogge in einem mit Van-Gogh-Gemälde bedruckten Mäntelchen sah.
Mittels ihres eigenen Kunstverständnis aber mag es der Museumswächterin so scheinen, als könne ihr menschlicher Auftrag zum Bullshit-Job verkümmern, wenn eben das zu bewachende Kunstwerk vordergründig nur ein Schlüsselbund am Boden ist. Der alberne Bobachter assoziiert mit ihrer krausgezogenen Nase und der schlechten Laune, dass sie womöglich einen olfaktorischen Hauch von Bullshit imaginiert.
Ausstellung: Church for Sale, Hamburger Bahnhof, bis 19.06.2022 Tweet