Phillip K. Dick schrieb paranoide Geschichten über fluide Realitäten. Keine seiner Figuren konnte sich je sicher sein, dass ihre Existenz eine authentische war – sie selbst vielleicht nur eine Maschine, die von ihrer eigenen Künstlichkeit nichts weiß, damit sie glaubhaft ist. In anderen Geschichten war der Mensch echt, seine Umwelt hingegen löste sich in ihre Konstruktionsteile auf: Da, wo eben noch der Kiosk stand, lag Momente später nurmehr ein Zettel mit der Aufschrift „Kiosk“.

Daran musste ich irgendwie gerade denken.

Ein High-Tech-House erlebt stete Neuerung. Jüngste Bereicherung (nach dem sich selbst auffüllenden Regenwasser-Indoor-Pool): Wenn ich mein Elektroauto in der Wohnung parke, liegt, verbraucherfreundlich am Eingang platziert, gleich das passende Starkstromkabel bereit. Zusätzlicher Synergieeffekt: Wer nachts drauftritt, leuchtet im Dunkeln. Clever! Hier ist auch gleich eine Langzeitlösung für die fragile Flurbeleuchtung verbaut worden. Schlag für Schlag gestaltet gestaltet hier ein moderner, junger Hausbesitzer (nennen wir ihn „Monsieur 100.000 Volt“) seine Wohnweltvision. Mit wird schon ganz kribbelig: In welch energetische Zukunft wird uns diese innovative Modulbauweise mit offenenen Wasserflächen und sich freiheitlich herumschlängelnden Starkstromkabeln wohl noch bringen?

P.S. Falls Du mir noch etwas zu sagen hast…tu es lieber jetzt.

Sicher haben wir noch weitere Probleme auf der Welt. Aber das größte ist immerhin behoben: DER DÜNNE MANN VOR DER ZEISS-GROßSTERNWARTE IST ENDLICH NICHT MEHR NACKIG. Danke, Sittenwi…wacht.

Ja, ja, das Alexa haben wir versaut. Brutalistisches Augentrauma in der Farbkombi Labskaus-Zahnfleisch. Kann man nix machen. Steht da jetzt halt.

ABER: Wenn wir ein scheußliches Pop-Art-für-Orks-Pappmaché auf die Blickachse schmoddern, dann werden ästhetisch alle über diese Peng-Peng-Figurine stolpern. Und der ewige Bunker ist sichtlich nicht mehr das Schlimmstmögliche.

P.S. Können wir vielleicht irgendwann mal sogar die Bunkerdeko abnehmen und müssen den Kandinsky-Erben keine Plagiatsstrafen mehr bezahlen.

Während wir Politik als Operette um Macht und Moral verstehen, als janusköpfiges Spiel zwischen öffentlicher Wokeness und netzwerkender Hinterzimmerstrategie, ist sie im Alltag viel eher eine aufgebrachte Wählerin, die sich bei ihrem traurigen Parteifilialenabgeordneten beschwert, dass der Nachbarswirt seinen Terrier immer in ihren Steinvorgarten kacken lässt, seit sie mit ihren Mädels nicht mehr auf seiner Bahn kegelt.