Vita...

Ekstase

Wenn man allein ist, genießt man die Ruhe. Wenn man länger allein ist, heißt man Single. Wenn man zu lang allein ist, wird man verrückt. Dann kann man sich endlich und ganz ungeniert die seltsamsten Gedanken über die Liebe, das Leben und die Eskimos in der Wüste Gobi machen.

Genau das tut Schmidtke in Ekstase: Er macht sich Gedanken und bleibt daheim. Und jetzt hat er viel Zeit, um den musikalisch begabten Nachbarskindern zu lauschen: "Für Elise" in der Geige-Keyboard-Version.

In den Ruhepausen philosophiert er über die wirklich großen Fragen: Was ist Heimat? Kann eine Ameise in Kerzenwachs weiterleben? Und wie treibt man die Zeugen Jehovas in den Alkohol?

Ein Kabarettsolo für Singles oder solche, die es mal waren oder bald wieder sein werden.

Sprachlich und spielerisch äußerst gekonnt, inhaltlich brillant aus dem Leben der Singles beobachtet, auf jeden Fall ein wenig selbstverliebt, hie und da genial, intim, zynisch und verletzlich. Ein seltsames und seltenes Erlebnis auf den Kabarettbühnen dieses Landes.

Rheinische Post.

Das alles wirkt gerade durch die unspektakuläre Art von Christoph Schmidtke besonders intensiv, und sein undramatischer Vortrag aberwitzigster Ideen ist wirklich komisch. Wie schön, es gibt ihn noch: hintersinnig-schelmischen Humor, der auskommt ohne zwanghaften Knalleffekt.

Trottoir.